DANKbarkeit

DANK ist keine automatische Floskel,
DANK ist ein Ausdruck von Freude und WERTschätzung -
doch meist nehmen wir alles als selbstverständlich hin.

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Nach einer erholsamen, ruhigen Nacht morgens auf zwei Beinen ins Bad gehen, ein stärkendes Frühstück nach eigenem Geschmack, eine Umgebung, in der ich mich wohl fühle, ein Gang durch die Natur, versorgt sein, für mich und meine Lieben sorgen -  DANKE.

Dabei ist das alles überhaupt nicht selbstverständlich!
Wie viele Menschen wünschen sich sehnlichst, morgens auf  ihren zwei Beinen möglichst schmerzlos ins Badezimmer zu gehen?  Nach dem Frühstück die alltäglichen Kleinigkeiten erledigen oder einen Spaziergang machen,  Freunde treffen u.s.w.

Eine Erfahrung in meiner frühen Jugendzeit war prägend - eine Oberschenkelhalsfraktur im Alter von 12 Jahren.  Es folgten zehn Wochen im Bett – das Bein bis zur Tallie in einer Gipsschale fixiert. Das hieß: Zehn Wochen Krankenhaus und auf  Hilfe der Schwestern angewiesen sein - in jeder Hinsicht. Wie froh und dankbar war ich, wenn ich mitsamt Bett hin und wieder auf den Balkon geschoben wurde. Frische Luft, das Grün der Bäume, Vogelgezwitscher, Stimmen, die von der Straße heraufklangen… Sehnsucht nach dem zu Hause.
Und dann am 13. Mai die Entlassung. Ein kühler, frischer Frühlingstag, ich werde nie vergessen, wie intensiv und gut sich diese neu gewonnene Freiheit angefühlt hat.
Ich glaube, dieses Erleben hat mich Dankbarkeit gelehrt, obwohl mir das erst Jahrzehnte später bewusst wurde.

Dankbarkeit ist jene innere Haltung,
durch die wir unserem Leben Sinn geben,
indem wir das Leben als Geschenk empfangen.
Was jeden gegebenen Augenblick sinnvoll macht,
ist, dass er gegeben ist.
Dankbarkeit erkennt diesen Sinn, anerkennt und feiert ihn.“

David Steindl-Rast